FFF: Hope
FANTASY FILMFEST 2026
Dass Na Hong-jin immer ein bisschen im Schatten seiner Landsmänner Bong Joon-ho und Park Chan-wook steht, ist eine der großen Ungerechtigkeiten des modernen Weltkinos. Das wird jetzt aber mit HOPE geradegerückt. Hiermit löst er alle Versprechen ein, die Na mit seinen ersten drei Filmen gegeben hat. Denn wenn THE CHASER, THE YELLOW SEA und THE WAILING schon pures Kino waren, eine furiose Mischung aus Action und einem irren Rausch aus Licht und viel Schatten, dann ist HOPE jetzt direkt in Bilder übersetztes Adrenalin.
In der ersten Stunde verschlägt es uns die Sprache, und in der zweiten Hälfte zweifelt man am eigenen Verstand. Echt jetzt, denkt man sich im Stillen, das traut er sich doch nicht. Aber Na traut sich! Sein elektrisierender Horrorthriller über eine Invasion Außerirdischer ist für die Begegnungen der dritten Art das, was SICARIO für den Drogenkartell-Thriller geleistet hat: Erst einmal lupenreine Action, mit einer nicht enden wollenden, unglaubliche sechzig Minuten dauernden Sequenz, die atemlos immer nur nach vorne drängt und ein winziges Fischerdorf nach allen Regeln der Kunst auseinandernimmt. Um dann in ein Salto-mortale-schlagendes Alien-Spektakel im benachbarten Wald zu münden, das alles hat, was man sich als Filmfan wünschen kann: Darauf ein Gläschen Soju. Oder doch besser eine ganze Flasche?
Südkorea 2026; Regie: Na Hong-jin
Sprachfassung: koreanische OmeU
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