Nekromantik

(Dis)Harmonie - Die Reihe für den abseitigne Film

Mittwoch, 13.10. um 21:00 Uhr

Rob arbeitet bei „Joe's Säuberungsaktion“, spezialisiert auf Leichenbeseitigungen aller Art. Mit seiner Freundin Betty teilt er nicht nur die Wohnung, sondern auch die Vorliebe für Tote. NEKROMANTIK: wenn man den Titel wörtlich nimmt, ist man der Essenz des Films am nächsten: nekrophil und romantisch. Doch nach allgemein menschlichem Empfinden schließt das eine das andere aus. Aus dieser Voraussetzung ergibt sich eine Verschiebung, die aus der Differenz zwischen dem entsteht, was den Zuschauer entsetzt und mit Ekel erfüllt, aber die Figuren des Films für das Allergewöhnlichste nehmen. Aus der Kluft zwischen den Gefühlen innerhalb und außerhalb des Films resultiert eine Art von Humor, die erlösend ist, ohne aber das Unglaubliche zu relativieren. Er bietet eine Chance, die man als Zuschauer nutzen kann, wenn man sich nicht zu helfen weiß.

Tatsächlich handelt es sich bei NEKROMANTIK um einen sensiblen, mutigen und zutiefst moralischen Film, der die Ambivalenz von Natürlichkeitsbegriffen thematisiert und dabei vor drastischen Bildern nicht zurückscheut. Was den Film so überaus verstörend in seiner Wirkung macht, sind keine Gewaltdarstellungen, sondern die Entschlossenheit seiner Macher, ein schwieriges Thema ohne Scheuklappen anzugehen.

Eine der ultimativen Horrorperlen des deutschen Untergrunds. Erstmalige Aufführung bei uns in der (Dis)Harmonie.

Deutschland 1987; Regie: Jörg Buttgereit

Darsteller: Beatrice Manowski, Daktari Lorenz, Harald Lundt u.a.

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Ab 18 Jahren  |  68 Minuten

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